Die syrische Kultur mit ihrer Kunst, Literatur und ihren Alltagsbräuchen vorzustellen, eröffnet Menschen aus unterschiedlichen Kulturen die Möglichkeit, einander kennenzulernen und sich näherzukommen.

Die Syrische Kulturwoche gehört zu den kulturellen Aktivitäten des Vereins Khotoat. Sie ist Teil unserer Bemühungen, die Integration von Geflüchteten in die Aufnahmegesellschaft zu fördern, indem wir Gelegenheiten für Begegnungen und gegenseitiges Kennenlernen schaffen.

Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit dem Familienzentrum Petermannstraße in Hannover vom Montag, dem 21. Oktober, bis Freitag, dem 25. Oktober 2019, statt.

Die Aktivitäten erstreckten sich über die gesamte Woche und umfassten folgende Veranstaltungen:

  • Syrien kennenlernen: Anhand von Videos und Bildern erhielten die Besucher Einblicke in Syrien. Dazu gab es syrische Musik, Kaffee und traditionelle syrische Süßigkeiten.
  • Besuch eines Seniorenheims: Eine Gruppe von Familien und Kindern des Vereins Khotoat besuchte gemeinsam mit der Leitung des Familienzentrums Petermannstraße ein Seniorenheim. Die Kinder sangen syrische und deutsche Lieder. Außerdem wurden Blumen und syrische Süßigkeiten an die Anwesenden verteilt. Mit diesem Besuch unterstrich der Verein sein gesellschaftliches Engagement in Deutschland.
  • Leseworkshop für Kinder: Zwei vom Verein veröffentlichte Geschichten wurden auf Arabisch und Deutsch vorgelesen und an die Kinder verteilt. Die Lesungen fanden mit drei Kindergruppen im Familienzentrum Petermannstraße und in der Gebrüder-Körting-Schule statt. Die beiden Geschichten stammen von den syrischen Mädchen Haneen und Sama Hani Shuwaikh.
  • Tag der syrischen Küche: Syrische und deutsche Frauen bereiteten gemeinsam verschiedene traditionelle syrische Gerichte zu.

Den Abschluss bildete eine besondere Kulturveranstaltung. Eine Gruppe präsentierte mit einer traditionellen syrischen Arada-Darbietung einen Teil des syrischen Kulturerbes. Dazu wurde ein vielfältiges syrisches Buffet angeboten.

Begleitet wurde das Programm von Spielen und Aktivitäten für Kinder, die unterschiedliche Seiten des Lebens in Syrien zeigten.

Gemeinsam mit ihren Eltern nahmen die Kinder außerdem an einem Wissensquiz über Syrien teil. Zum Abschluss erhielten sie kleine Erinnerungsgeschenke mit Bezug zur syrischen Kultur.

Während der Veranstaltung wurden auch Zeichnungen ausgestellt, die Kinder aus Syrien eigens für diesen Anlass geschickt hatten.

Gemeinsames Kochen als kulturelle Begegnung

Über das gemeinsame Kochen berichtet Buthaina al-Ktaifi, die diesen Programmpunkt betreute:

„Die Veranstaltung war eine schöne Gelegenheit, der deutschen Gesellschaft die syrische Kultur näherzubringen. Obwohl seit mehreren Jahren Syrerinnen und Syrer in Deutschland leben, ist ihre Kultur vielen Menschen noch immer wenig vertraut.

Zu den wichtigsten Möglichkeiten, die Kultur einer Gesellschaft kennenzulernen, gehören ihre Ess- und Kochgewohnheiten.

Deshalb war das gemeinsame Zubereiten syrischer Gerichte durch syrische, deutsche und Frauen anderer Nationalitäten eine schöne und erfolgreiche Erfahrung.

Wir konnten dabei die Vielfalt und den Reichtum der orientalischen Küche im Allgemeinen und der syrischen Küche im Besonderen zeigen und sie mit der deutschen Küche vergleichen, die sich deutlich von unserer unterscheidet.

Wie gut es uns gelungen ist, ein authentisches Bild unserer Kultur zu vermitteln, zeigte sich an der Begeisterung der deutschen Frauen beim Kochen. Sie wollten lernen, wie man syrische Gerichte zubereitet, und wünschten sich, diese gemeinsame Erfahrung in Zukunft zu wiederholen.“

Eine Woche voller Begegnungen

Auch Saad al-Khadr, Koordinator der Veranstaltung, berichtet über seine Erfahrungen:

„Die Veranstaltung war eine schöne Gelegenheit und zugleich eine große Herausforderung.

Es ist nicht einfach, innerhalb einer einzigen Woche so viele unterschiedliche Aktivitäten zu organisieren, mit denen man die Kultur eines Landes vorstellen möchte.

Das Besondere an der Syrischen Kulturwoche war, dass wir uns nicht auf Folklore oder einzelne kulturelle Aspekte beschränkt haben.

Wir haben den Kulturbegriff erweitert und auch das gesellschaftliche Handeln einbezogen: durch den Besuch des Seniorenheims, den Leseworkshop und das gemeinsame gesellschaftliche Engagement.“

Die vielfältigen Aktivitäten boten eine wunderbare Gelegenheit, die soziale, entwicklungspolitische und humanitäre Arbeit des Vereins Khotoat vorzustellen, Brücken zu anderen Menschen zu schlagen und der lokalen Gesellschaft die syrische Kultur und die Menschen Syriens näherzubringen.